impressum & agb

 

Sushila_Mesquita

 

BAN MARRIAGE!

Ambivalenzen der Normalisierung aus queer-feministischer Perspektive

 

Softcover, 304 S.

ISBN 978-3-9502922-5-1

EUR 17,95 / CHF 29,90 (inkl. USt.)

 

Inhaltsverzeichnis als PDF

 

>> Bestellung

 

 

In den letzten vierzig Jahren lassen sich besonders auch im Recht bedeutende Entwicklungen beobachten, die zu einer Entstigmatisierung und gesteigerten gesellschaftlichen und rechtlichen Anerkennung lesbischer und schwuler Lebensweisen beitragen. Obwohl diese Normalisierungsprozesse einerseits neue Möglichkeitsräume und Rechte eröffnen, sind mit ihnen andererseits auch bestimmte Anpassungsleistungen verbunden, so dass die Normalisierung stets begrenzt bleibt.

 

Mit diesen Ambivalenzen im Zusammenhang mit gegenwärtigen Prozessen der Normalisierung von Lesben und Schwulen setzt Sushila Mesquita sich in dieser wissenschaftlichen Studie auseinander. Sie arbeitet insbesondere heraus, welche Mechanismen und Bedingungen dieser Normalisierung zugrunde liegen und welche Effekte sie hat, wobei mit der Öffnung der Ehe auf der einen und der eingetragenen Partner_innenschaft auf der anderen Seite zwei unterschiedliche Anerkennungsmodelle untersucht werden.

 

Anhand eines Queer Readings von Rechtsdiskursen rund um das Schweizer Partnerschaftsgesetz werden heteronormative Grundannahmen freigelegt und die innere Logik dieser Form von Normalisierung samt ihrer Widersprüche sichtbar gemacht. Obwohl es sich bei der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im Gegensatz dazu um eine tatsächliche Gleichstellung handelt, ist ihr dieselbe innere Logik und damit dieselbe Problematik hinsichtlich ihrer Bedingungen, Grenzen und Effekte inhärent. Unter Berücksichtigung der Dimensionen der Anerkennung und der Verteilungsgerechtigkeit wird in diesem Zusammenhang der Frage nachgegangen, wer im Zuge einer Öffnung der Ehe tatsächlich mit wem gleichgestellt wird.

 

Vor diesem Hintergrund formuliert Sushila Mesquita eine Reihe konkreter Vorschläge für eine grundlegende Neubestimmung der Familienpolitik, um die gewonnenen Einblicke für einen Ansatz einer radikalen Familienrechtsreform produktiv zu machen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Formen der rechtlichen Anerkennung aussehen könnten, die der gelebten Vielfalt an Lebensentwürfen und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden vermögen, ohne dabei hierarchisierend und normierend zu verfahren.

 

 

Sushila Mesquita studierte Philosophie und Geschlechterforschung in Wien und Basel und ist in diverse queer-feministische, anti-rassistische und popkulturelle Zusammenhänge und Projekte verstrickt. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zu queer-feministischen Themen verfasst. Für BAN MARRIAGE! Ambivalenzen der Normalisierung aus queer-feministischer Perspektive erhielt sie den Johanna-Dohnal-Förderpreis 2011.

 

 

 

<< zurück